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Symbolismus

Hinter dem Begriff Symbolismus verbirgt sich in der Malerei und der Literatur eine europäische Kunstströmung, welche sich, um ihre Weltansicht zum Ausdruck zu bringen, mehrere Stile zu eigen machte. Hauptsächlich bedienten sich Künstler hierbei des Jugend- und akademisch-tealistischen Stiles. Die künstlerische Bewegung fand ihr wirken in den Jahren 1885 bis 1920 und verstand sich in ihrem Schaffen, als Gegenpol zum Naturalismus bzw. Realismus sowie Materialismus.

Symbolismus

Der Symbolismus entstand um das Jahr 1885 in Frankreich.

Die Entstehungsphase

Der Symbolismus entstand um das Jahr 1885 in Frankreich. Geistiger Nährboden hierfür, bot die allgemeine Unzufriedenheit der Maler und Literaten, mit den vorherrschenden Stilrichtungen des Naturalismus und der Romantik. Der eben erwähnte Naturalismus repräsentierte die Aufklärungszeit des 19. Jahrhunderts, die vielfach als zu nüchtern, kalt und begrenzt wahrgenommen wurde. Den Künstlern fehlte schlichtweg die Seele in der Kunst dieses besagten Stiles. Während der Stil der Romantik einen zu verklärten, beschönigenden Blick auf die Dinge des damaligen Lebens bot. Der Symbolismus keimte somit Ende des 19. Jahrhunderts auf.

Wer waren die Wegbereiter und Entwickler dieser Kunstströmung?

Allen voran waren es die beiden französischen Maler Paul Gauguin und Emile Bernard, die mit ihren Werken allmählich eine neue künstlerische Epoche hervorriefen. Beide empfanden den gegenwärtigen Naturalismus und Impressionismus nicht als geeignete Form, sich künstlerisch auszudrücken. Aus diesem Grund schlugen sie eine neue Richtung in der Malerei ein. Zudem verhalfen Literaten wie Jean Moréas (Verfasser der Schrift „das symbolische Manifest“) dem Symbolismus sich von Frankreich aus über ganz Europa auszubreiten und zu etablieren.

Wodurch zeichnet sich der Symbolismus aus?

Den Künstlern, die wir heute dem Symbolismus zuordnen, ging es in ihren Werken nicht um eine wirklichkeitsgetreue sprich exakte Darstellung ihrer Motive. Ihre Bilder zeugen vielmehr von gefühlten Ereignissen, erlebten Ängsten, Verwirrungen des Daseins an sich. Oft sind es Symbole die Themen wie Mythen, Tod, Leidenschaft und Sünde widerspiegeln. Aber auch weniger beängstigende Motive, religiöser oder erotischer Natur wie z.B. Engel, finden sich auf den Malereien wieder. Der Symbolismus setzte sich demnach häufig mit moralischen, ja allzu menschlichen Fragen auseinander. Dabei bleibt dem Betrachter ein großer subjektiver Deutungsspielraum erhalten. Denn die Motive und Metaphern sind zwar objektiv, also für den Betrachter erkennbar, doch nehmen sie keine Interpretationen wie beispielsweise im Naturalismus vorweg.

In der Intention ähnelt diese Kunstströmung zuweilen dem Expressionismus. Die Träume, Ideen, subjektiven Regungen des Künstlers ließen symbolische Werke entstehen, nicht die „objektive“ Wirklichkeit. Das Innenleben war also entscheidend. Die reale Welt war Mittel zum Zweck. Sie verhalf dem Künstler sein Inneres auszudrücken. Damit war der Symbolismus als suggestive Ausdrucksform, ein Vorreiter des abstrakten Expressionismuses. Somit ist die Vermittlung von Botschaften bzw. der symbolische Interaktionismus zwischen Kunstwerk und Betrachter kennzeichnend für den Symbolismus.