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Symbolischer Interaktionismus

Der Symbolische Interaktionismus wurde von Herbert Blumer zu einer eigenständigen soziologischen Theorie weiterentwickelt wurde. Die Theorie des Symbolischen Interaktionismus basiert dabei zum einen auf der Handlungstheorie von George Herbert Mead. Dieser hatte das Symbol als Grundlage des Denkens betrachtet und wiederum postuliert, dass das Denken in Symbolen stattfinden würde.

Um über einen Stuhl nachzudenken, muss im Gehirn also eine Vorstellung, ein Symbol, für den allgemeinen Begriff Stuhl vorhanden sein. In dem Moment, in dem der Gedanke „Stuhl“ gedacht wird, ist auch zeitgleich das Symbol für „Stuhl“ mitgedacht und präsent. Auf dieser Basis können Menschen gemäß der Theorie des Symbolischen Interaktionismus miteinander kommunizieren, denn sie versuchen eine Gleichförmigkeit zwischen ihrem symbolischen Denken herzustellen. Dies fußt auch wiederum auf einer Annahme des Soziologen Max Weber, der betonte, dass soziales Handeln die Ausrichtung am gemeinten Sinn des Handelns des jeweils anderen bedeute. Mead sprach dann davon, dass es sich um ein signifikantes Symbol handele, wenn beide Akteure über die inhaltliche Bedeutung des Symbols das gleiche Verständnis haben. Im Naturalismus findet sich eine ähnliche Annahme wieder. Hier wird von „Repräsentanten“ gesprochen, die den gedanklichen Symbolen im Symbolischen Interaktionismus entsprechen.

George Herbert Mead

Die Theorie des Symbolischen Interaktionismus basiert dabei zum einen auf der Handlungstheorie von George Herbert Mead.

Der Symbolische Interaktionismus nach Blumer basiert dabei auf drei Grundvorstellungen:

  • Situationen und Geschehnisse haben für Menschen Bedeutung und auf dieser Grundlage handeln sie,
  • die Bedeutung entsteht aus der gemeinsamen Interaktion, und
  • die Bedeutungen werden in einem interpretativen Prozess bestätigt oder verändert.

Die Symbolik und die symbolische Ausdrucksweise, die im Symbolischen Interaktionismus eine Rolle spielen, haben auch in verschiedenen Weltanschauungen, Kunstformen und deren Stilrichtungen ihren Niederschlag gefunden, wobei viele von diesen auch schon vor der Ausformulierung der Theorie entstanden waren. Im Symbolismus werden Ausdrucksformen des Seelischen in gestalthafter Form umgesetzt. Beispielsweise mittels der Pantomime, der Mimik oder des Ausdruckstanzes können Emotionen, Erlebnisse und Lebensereignisse ohne Worte veranschaulicht werden.

Auch in der Malerei und der Literatur hat der Symbolismus Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Werke hervorgebracht. Ebenfalls fand sich im Expressionismus und abstrakten Expressionismus, vergleichbar zum Symbolismus und den Vorstellungen des Symbolischen Interaktionismus, die Bestrebung wieder, innere, subjektive Empfindungen nach außen sichtbar und nachempfindbar werden zu lassen. Hierbei bedient sich der Expressionismus kräftiger Farben und optischer oder perspektivischer Verzerrungen, die im Abstrakten Expressionismus bis hin zur Auflösung von Konturen und Formen gerät. Der Expressionismus stellte damit auch die Gegenbewegung zum Naturalismus dar, welcher in seiner rationalen und biologistischen Sicht als kalt, unemotional und abweisend wahrgenommen wurde.